Vielleicht kennst du diesen Gedanken aus deinem Alltag.
Er huscht immer wieder leise durch deinen Kopf:
„Eigentlich bin ich ganz anders.“
Ödön von Horváth hat es einmal so formuliert:
„Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur so selten dazu.“
Und vielleicht kennst du genau dieses Gefühl.
Vor allem in den Momenten, in denen du einfach nur funktionierst. Dich anpasst. Die Erwartungen anderer erfüllst.
Und innerlich spürst:
Das bin doch nicht ich.
Als Emotionscoach begegnet mir dieser Satz immer wieder.
Und ich erlebe, wie viel Sehnsucht darin steckt: nach Echtheit, nach Selbstverbundenheit, nach dem Gefühl, wirklich im eigenen Leben anzukommen.
In diesem Artikel lade ich dich ein, dein „Eigentlich“ achtsam zu erforschen:
Woher kommt dieses innere Gefühl?
Wie uns Emotionen den Weg zurück zu uns selbst weisen?
Und was es bedeutet, dem eigenen Wesenskern wieder mehr Raum zu geben?
Dabei geht es nicht darum, jemand anderes zu werden.
Sondern darum, dir selbst wieder näherzukommen.
Der Wunsch, dir selbst näher zukommen
Kommen wir noch einmal zurück zum „Eigentlich bin ich ganz anders“:
In diesem „Eigentlich“ steckt kein Mangel.
Sondern ein leiser, kraftvoller Wunsch
Der Wunsch, dir selbst näherzukommen.
C. G. Jung nannte diesen Prozess Selbstwerdung.
Heute sprechen wir oft von Selbstverwirklichung.
Doch hier geht es nicht um höher, schneller, weiter.
Nicht um Selbstoptimierung oder darum, jemand „Besseres“ zu werden.
Es geht um etwas viel Tieferes –
etwas Mutigeres:
Immer mehr der Mensch zu sein, der du in deinem Innersten längst bist.
Nicht weg von dir.
Sondern ein Hin zu dir.
Wer bin ich – oder wer sollte ich sein?
In einer Welt voller Erfolgsstorys, vermeintlicher Vorbilder und gesellschaftlicher Ideale richtet sich der Blick oft nicht auf das eigene Ich, sondern auf das „optimierte Ich“ – wie wir sein sollten.
- Wie sollte ich sein, damit andere mich anerkennen?
- Wie sollte ich auftreten, damit es „passt“?
- Wie sollte ich reagieren, um dazuzugehören?
Diese Fragen führen oft zu Stress und zur Anspannung.
Und nicht selten in emotionaler Erschöpfung.
Die Frage „Wer bin ich?“ dagegen öffnet einen anderen Raum.
Einen Raum der Annahme.
Hier geht es nicht darum, dich zwanghaft zu verbessern, zu optimieren.
Sondern darum, dich zu erkennen – in deinem ganzen Sein.
Mit all deinen Facetten. Deinen Werten, deinen Emotionen.
Mit deinem Licht.
Und auch mit deinen Schattenseiten.
Licht und Schatten gehören dazu um ein Ganzes zu werden
Zu dir gehören deine Stärken. Die Momente, in denen deine Augen leuchten.
In denen du kraftvoll, klar und verbunden bist.
Vielleicht kennst du solche Augenblicke. Sie fühlen sich leicht und weit an. Lebendig. Stimmig.
Doch ebenso gehören deine Schattenseiten zu dir:
- Deine Unsicherheiten.
- Deine Ungeduld.
- Deine Sensibilität.
- Deine Zweifel.
Gerade als Emotionscoach erlebe ich immer wieder:
Was wir ablehnen, bindet Energie.
Was wir annehmen, kann integriert werden.
Wenn wir beginnen, auch unsere nervenden oder verletzlichen Anteile wahrzunehmen – ohne sie sofort verändern zu wollen – entsteht innere Ruhe. Nicht Perfektion.
Integration bedeutet, der Ganzheit wieder ein Stück näher zu kommen.
Deine Emotionen als Wegweiser
Oft zeigt sich das „Eigentlich“ zuerst über deine Empfindungen.
Ein Ziehen im Bauch. Ein Gefühl von Enge. Eine Hitze, die in uns aufsteigt.
Oder manchmal, wenn wir gut hinhören ,dieses leise: „Das bin doch nicht ich.“
Unsere Emotionen sind keine Störfaktoren. Sie sind Wegweiser.
Sie machen uns aufmerksam, wenn wir uns zu weit von uns selbst entfernen – gegen unsere Werte leben. Dann spüren wir unangenehme Emotionen.
Gleichzeitig zeigen sie uns auch, wenn wir stimmig und im Einklang mit uns selbst unterwegs sind. Dann spüren wir angenehme, wohltuende Emotionen.
In dieser Verbindung zu dir selbst, fühlt sich alles anders an: ruhiger, klarer, kraftvoller und viel lebendiger.
Denn dann handelst du nicht gegen dich – sondern aus dir heraus.

Ankommen heißt nicht fertig sein
Vielleicht fragst du dich:
Werde ich jemals an diesem Ziel der Selbstwerdung „ankommen“?
Ich glaube: Entwicklung ist kein Ziel, das man einmalig abhaken könnte.
Sondern ein lebenslanger Prozess.
Immer wieder neu wahrnehmen.
Immer wieder neu ausrichten.
Immer wieder neu in Kontakt kommen – mit mir, meinen Bedürfnissen, meinem inneren Kern.
Viel häufiger im Moment sein – Im Hier und Jetzt.
Und ja: Das braucht Bewusstsein. Es braucht Mut, zu dir zu stehen.
Und manchmal auch ein Stück Wegbegleitung.
Wie du deinem „Eigentlich“ näherkommen kannst
Du musst diesen Weg nicht allein gehen.
Wenn du dir erste Impulse wünschst, kannst du dir deine kleine Auszeit herunterladen.
Darin findest du Reflexionsfragen, die dich dabei unterstützen, dir selbst näherzukommen.
Wenn du dir einen geschützten Raum für dich allein wünschst, in dem du tiefer hinschauen kannst, begleite ich dich gern in meinem Coachingpaket Freiraum für dich.
Und wenn du lieber gemeinsam mit anderen unterwegs bist, könnte die nächste Runde Hosentaschenresilienz® genau der richtige Rahmen für dich sein – alltagstauglich, verbindend und stärkend.
Oder du möchtest jetzt erst mal nur in meinen Newsletter hüpfen, der dich im Alltag immer wieder mit kleinen Impulsen versorgt.
Bei allem geht es gar nicht darum, jemand anderes zu werden. Sondern immer mehr die zu sein, die du längst bist. Und deinem „Eigentlich“ endlich Raum zu geben.

1 Comment
Vielen Dank für diesen inneren Ruf und das Empowerment für das Ich zu sein liebe Waltraud! Besonders schön finde ich die Emotionen als Wegweiser – als emotionaler Mensch lasse ich mir gerne von ihnen leiten und dein Artikel ist für mich nochmals ein Reminder für das Leben nach meinen Werten und in Verbindung zu mir.